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Joseph Smith—Ein Prophet?
Truman G. Madsen
Verantwortlich
Orville Gunther
John W. Welch

Joseph Smith – Ein Prophet?
Joseph Smith ist als ein Prophet Gottes bekannt. Heute scheint vielen Menschen die Bezeichnung Prophet ungeeignet. Was bedeutet das Wort Prophet? Paßt es auf Joseph Smith?

Zur Beantwortung dieser Frage ziehen wir zehn allgemein anerkannte Beschreibungen großer Propheten der hebräisch-christlichen Tradition heran und diese sodann mit dem Leben Joseph Smiths vergleichen. Aus diesem Vergleich können Sie selbst die Konsequenzen ziehen.

Beginnen wir mit einer kurzen Beschreibung seiner Person, als er auf dem Höhepunkt seines Lebens stand.

Sein Äußeres
Zeit: Frühling 1844. Ort: Nauvoo, die größte Stadt von Illinois.
Joseph Smith ist mit achtunddreißig Jahren Präsident der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, Bürgermeister der Stadt und Generalleutnant dortiger Bürgerwehr.

Er ist 185 Zentimeter groß und wiegt ungefähr 90 Kilo. Er ist breit gebaut, aber feingliedrig. Sein Teint ist hell, das Gesicht fast bartlos, das Haar hellbraun, seine Augen sind blau und durchdringend. Er sieht schlanker aus, als er in Wirklichkeit ist. Seine Zeitgenossen behaupten, das liege an seiner sichtbaren physischen Kraft. Andere meinen, sein Aussehen zeugte von geistiger Tiefe. Seine Bekannten, einschließlich der prominenten Besucher seiner Stadt, erkennen ihn als einen Mann, dessen Vornehmheit Hochactung gebietet.

Der Prophet als Verkünder
Ein Prophet hebt sich aus der Menschheit heraus, indem er den göttlichen Willen verkündet. Er mahnt die Menschen, ihr Leben zu erneuern und warnt sie, wie Jonas oder Micha, vor bevorstehenden Gottesgerichten. Joseph Smith war solch ein Verkünder.

Schon als junger Mann erkannte er, woran das Christentum krankte. Man sucht heute Abhilfe in der Vereinigung aller Kirchen. Joseph Smith sprach schon damals von einer höheren Einheit. Das war keine Ketzerei, sondern göttliche Inspiration.

Er warnte alle Menschen. Zu der ganzen Welt redete er mit der Intensität und dem Feuer eines Jeremia.

Es existieren mehr als dreißig Offenbarungen Joseph Smiths, die eine Verheißung auf Licht und Frieden mit Hinweisen auf die Trübsale der Menschen verbinden. Es sind Einsichten von atemberaubender Genauigkeit, betrachtet im Spiegel des vorigen Jahrhunderts.

Manchmal tadelt das geoffenbarte Wort auch ihn und sein Volk, das „gleichwie Abraham . . . geprüft und gezüchtigt“ wird. Dieses Volk mußte durch das erlösende Feuer des Heilandes gehen. Wer aber der Stimme des Propheten gehorchte, wurde der glücklichste Mensch der Welt. Wer nicht gehorchte, ging einem schweren Schicksal entgegen.

Gott schloß mit ihm einen neuen Bund, wie er mit den hebräischen Propheten geschlossen hatte. Ebenso wie das Neue Testament das Alte Testament erfüllte, erfüllte ein neuer Bund, den Gott aufgenommen hatte, unsere Zeit. Wer sich diesem Bund anschließt, wird gesegnet.

Joseph Smith behauptete, innere Erlebnisse gehabt zu haben, die man jedoch für unmöglich gehalten hatte, obwohl sie zu biblischen Zeiten durchaus üblich gewesen waren. Man meinte, Gott würde und könne sich nicht mit modernen Menschen in Verbindung setzen, wie er es bei alten Völkern getan hatte. Mutig bezeugte Joseph Smith, daß Gott und Christus leben und zu uns sprechen. Der Mensch könne göttlich Offenbarung zwar ablehnen, aber nicht ungültig machen.

Fast niemand erwartet den strahlenden Glanz, der im Neuen Testament verkündet wird, der das Gesicht erhellt, die Persönlichkeit erneuert, Kraft gibt, Gott zu erkennen und Liebe und Frieden verleiht. Joseph Smith sagte, kein Mensch könne ohne diese Eigenschaften den Weg zu Gott finden.

Christliche Prediger lehrten, die Erlösung sei das Ende alles zweckvollen Strebens. Mittel hierzu seien allein die Gnade oder die Spendung der Sakramente, die sonntägliche Anbetung oder ein anständiges Leben. Joseph Smith bezeugte, daß die Kraft, die ihn dazu umgestaltet, in dieser Zeit und in Herrlichkeit gegenwärtig ist. Sie ändert den ganzen Menschen und das ganze Leben.

Der Prophet als Weissager *
Ein Prophet sagt voraus. Wie Jesaja und Johannes der Offenbarer spricht er von der Zukunft.

Joseph Smith hinterließ geschichtlichen Aufzeichnungen zufolge 1500 Aussprüche über die Zukunft. Annähernd 400 davon wurden bereits erfüllt. Der Rest weist noch auf die Zukunft hin.

Man kann auf Geratewohl irgendeines seiner zehn schriftlichen Werke wählen und darin mehr über die letzten Dinge finden, als in der Bibel. Seine Weissagungen sind so konkret, daß man in eine Entweder-oder-Situation gerät. Es gibt ganz wenige sinnbildliche Schlupflöcher. Zum Beispiel: Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage wird sich ohne Gewalt immer weiter ausbreiten. Sie wird besonders unter den Abkömmlingen Israels erfolgreich sein. Ihre Botschaft wird jeden Kontinent durchdringen, jeden Ort erreichen und in jedem Ohr klingen. Der Name Joseph Smith wird in der ganzen Welt entweder für gut oder für böse gelten. Die Juden werden in großer Zahl nach Palästina zurückkehren. Jerusalem wird mit seiner Mauer wieder aufgebaut, das Tote Meer geheilt und der Tempel wieder errichtet werden. Internationale Kriege und Bürgerkriege werden die Nationen plagen. Die Heiligen der Letzten Tage werden in dem Felsengebirge wohnen. Sie werden die Gesellschaftsordnung zum Wohl aller anderen Kirchen und Glaubensrichtungen kräftig stützen. Jesus Christus wird zu Beginn des Erdensabbaths kommen. Die Erde wird buchstäblich gereinigt, erneuert und verherrlicht werden.

Für Joseph Smith gilt aber noch ein zweiter Sinn des Begriffs Voraussager.

Jeder, der etwas in Bezug auf das Leben glaubt (und jeder glaubt doch etwas), setzt gewisse Ereignisse voraus. Er erwartet Geschehnisse, selbst wenn er wie die Gottlosen das Nichteintreffen der religiösen Prophezeiungen erwartet. Jeder ist entweder ein wahrer oder ein falscher Weissager.

Joseph Smith zeigte, was es bedeutet, Christus zu erkennen und zu empfangen. Er sagte: „Wenn ihr dem Evangelium mit ehrlichem Herzen gehorchen werdet, verspreche ich euch im Namen des Herrn, daß euch die Gaben nachfolgen, die unser Heiland verheißen hat. Dadurch könnt ihr selber bestätigen, daß ich ein wahrer Knecht Gottes bin.“

Diese Prophezeiung geht genauso wie das Anliegen des Petrus im Altertum alle Menschen an. Die Zahl derer, die ihre Erfüllung schon erfahren haben, geht in die Millionen.

Der Prophet als Stimme der Vollmacht *
Ein Prophet ist ein Mensch, der von Gott ordiniert worden ist. So wie Petrus zu Pfingsten in Jerusalem oder Paulus in Athen, erhebt er seine Stimme mit der Vollmacht des Herrn, mit einem Klang der Wahrheit. Er verkündet ohne Falsch: So spricht der Herr.

Joseph Smith erhielt seine Vollmacht durch heilige Männer Gottes, die sie ihrerseits von Christus empfangen hatten. Bei Gott gibt es keine Berufung ohne Ordination und keine Ordination ohne Berufung durch den Heiligen Geist.

Untersuchen wir die Auswirkung der Vollmacht, denn die Behauptung, sie zu besitzen, läßt sich leicht aufstellen. Zu diesem Zweck ziehen wir die Aussagen von Zeitgenossen heran, die sich häufig der Gegenwart des Propheten erfreuten. Zehn Menschen unter den Zehntausenden, die sich in einem kleinen Wald in der Nähe des Tempels in Nauvoo zu versammeln pflegten, die seine Gebete und sein Wirken erlebten und sein Wort hörten, sprechen für alle:

„So oft er zu uns sprach,“ schreibt ein Amerikaner, „war die Kraft Gottes sichtbar mit dem Propheten Joseph Smith.“

„Eine wunderbare Kraft sprach aus seinen Worten,“ sagt Isabella Horne aus England. „Er scheint mir,“ bekennt Wilford Woodruff, „ein Quell der Erkenntnis zu sein, aus dem ewige Wahrheit strömt. Wenn er vor den Menschen steht, ruht die Vollmacht Gottes auf ihm.“

„Der Heilige Geist erleuchtet sein Antlitz,“ läßt sich Mary Ann Winters vernehmen, die den Atlantik überquert hatte. „Er war vom Licht erfüllt,“ sagt Edward Stevenson aus Michigan. „Sein Angesicht strahlte in überrirdischem Licht wie im milden Schein einer Astrallampe,“ berichtet Lydia Knight aus Kanada.

„Eine einzige Vorlesung aus seinem Munde belohnte mich für all mein Ungemach und die beschwerliche Reise in dieses Land,“ schreibt Alfred Cordon, einer der vielen skandinavischen Bekehrten. „Mein ganzes Wesen wurde erleuchtet,“ erklärt Lorin Farr. „Es war mir ein herrliches geistiges Fest,“ sagt David Osborn und John Taylor behauptet, „Mein Geist brennt mit heiligem Feuer.“

Diese Menschen und mit ihnen tausend andere hatten auf vielen Kontinenten die Prediger der verschiedensten Religionen gehört. Ihr Verhältnis zu Jesus Christus war tiefer, bedeutungsvoller geworden durch die Vollmacht, die dem Propheten verliehen war.

Der Prophet als Entdecker der Wahrheit *
Ein Prophet kämpft für die Wahrheit. Wahrheit wirkt meist revolutionär, weil sie oft völlig neu ist. Von dieser Warte aus, waren Moses und Micha Propheten; in einem sehr liberalen Sinn auch Kopernicus und Galilei.

Joseph Smith setzte Religion gleich Wahrheit. Da der Mensch noch nicht alle Wahrheit versteht, ist Dogma, das die Religion einengt oder das Tor zue fortlaufender Offenbarung verschließt, ein Verrat an Jesus Christus. „Wir müssen alle guten und wahren Grundsätze der Welt sammeln und sie wie einen Schatz hüten.“

Die Wahrheit muß das Fundament ein christusähnliches Leben sein. Irrtümer (im Gegensatz zur allgemeinen Auffassung besonders religiöse Irrtümer) vereiteln das, selbst wenn der Mensch noch so aufrichtig ist. „Um Miterbe des Sohnes zu werden, muß man alle falschen Überlieferungen ablegen.“

Wer die Wahrheiten, die Joseph Smith gefunden hat, ermessen will, muß sein Gesamtwerk betrachten.

Bibelexegese, Briefe, Ratschläge usw. sind so allumfassend, daß sie das Aufnahmevermögen eines einzelnen Geschichtsschreibers überfordern. Das innerhalb von 90 Tagen übersetzte Buch Mormon, das durch Offenbarung empfangene Buch der Lehre und Bündnisse sowie die Bücher Moses und Abraham umfassen insgesamt 830 Seiten. Joseph Smiths Tagebuch, das auch Reden und Protokolle enthält, besteht aus 3200 Seiten.

In der Philosophie setzte er sich tiefsinnig mit den ewigen Gesetzen auseinander, sprach von den letzten Elementen des Kosmos, dem Verhältnis zwischen Materie und Geist, Raum und Zeit, redete über die Natur der Freiheit, über Ursache und Wirkung, über Bedeutung und Unteilbarkeit der Wahrheit, über die Grundzüge von Ethik, Geschichte, Bildung und Sprachen. Und doch war er nach abendländischen Begriffen weder gebildet noch in der Philosophie bewandert.

In der Theologie beschrieb er als Augenzeuge die Person Gottes und die Person Jesu Christi gemäß seiner Offenbarung. Er behandelte den Ursprung des Menschen, das vorirdische Dasein, die Fähigkeit, im höchsten Sinne Kind Gottes zu werden, die Ereignisse im Garten Eden, die Natur der Engel und Geister, die Macht des Bösen, das Paradoxon des Übels und die Art der Auferstehung. Im Licht dieser Erkenntnisse lösen sich die meisten traditionellen theologischen Widersprüche auf.

In der Religion suchte Joseph Smith das innere Leben. Er fand die Wurzeln des menschlichen Leidens und der menschlichen Schuld und zeigte den Menschen die heiligenden Mächte der Göttlichkeit, die von Jesus Christus ausstrahlen und die Intelligenz des Menschen entfalten, seinen Geist beleben, ja selbst seinen Blutkreislauf heilen. Er sprach vom Lichte Gottes, von dessen Herkunft und Wirkung. Er offenbarte tiefes Verständnis für die Bedeutung des Lebens und das Schicksal der Menschen.

Dies alles wurde Zeile um Zeile gegeben. Trotzdem wirkt es klar und geschloßen. Es stimmt auch überein mit den Erlebnissen derer, die Joseph Smiths Lehre ernst genommen haben. Daß diese Lehre von einem Mann kommen konnte, der von tausend schweren Sorgen bedrückt war, setzt den denkenden Menschen in Erstaunen. (Der Prophet wurde nur halb so alt wie das Gros der angesehenen Theologen.)

Das Phänomen seiner Produktivität erklärt der Prophet mit folgenden Worten: „Jesus Christus, der Sohn Gottes, ist mein großer Ratgeber.“

Der Prophet als Initiator Sozialer Gerechtigkeit *
Ein Prophet will durch Verbindung mit Gott das Verhältnis des Menschen zum Mitmenschen verbessern. Er strebt danach, ein gute Gesellschaft heranzubilden, wie as Amos oder Micha taten.

Joseph Smith hat nicht nur über diese Dinge gesprochen, sondern er hat die christliche Gesellschaft tatkräftig gefördert. Er lehrte eine gesellschaftliche und wirtschaftliche Ordnung, die die beiden Ideale der Individualität und der Gemeinsamkeit in sich vereinigt. In seinen innerhalb von zwei Jahrzehnten entstandenen Schriften findet man diese Ideen, die sein Volk verwirklicht hat.

Er baute eine Kirchenorganisation, deren Struktur und deren Aufgaben keinen Gläubigen abseits stehen läßt. Jeder dient, jeder lehrt, jeder nimmt teil. Die Bedürfnisse eines jeden werden gefunden und erfüllt. Die von Joseph Smith wiederhergestellte Kirche wurde oft mit dem Organismus der Urkirche im Neuen Testament verglichen und bekannte Sozialkritiker, wie z.B. Richard T. Ely und Thomas F. O’Dea, haben ihr große Hochachtung zuteil werden lassen.

Was Joseph Smith in Theorie und Praxis bezüglich Regierung, Bürgerrecht und Bürgerpflicht propagierte, ist ein klassisches Dokument politischer Wissenschaft und außerdem der damaligen Zeit voraus.

Joseph Smith und sein Volk waren Baumeister der Gesellschaft und sind sogar Baumeister der Nation genannt worden. Joseph Smith stellte den Plan her, der einen Malariasumpf in eine Stadt verwandelte. Diese Musterstadt wurde anfangs die Schöne, und als er starb, Josephs-Stadt gennant. In dieser Gemeinde fanden sich auf jedem Türknopf und sogar auf den Glöckchen der Pferde die eingravierten Worte: H e i l i g k e i t d e m H e r r n. Es entwickelte sich eine genossenschaftlich betriebene Industrie und Landwirtschaft, der Handel auf dem Mississippi blühte, Häuser und Gärten waren makellos, Universität und Tempel krönten die Stadt.

Männer wie Josiah Quincy, Charles Francis Adams, Peter Burnett und Thomas L. Kane besuchten und bewunderten sie, obwohl kaum einer ihre religiöse Grundlage zu verstehen oder gar anzuerkennen imstande war.

Dieser Teil des Werkes Joseph Smiths bewog Leo Tolstoi zu dem Ausspruch, daß dieses System und seine Grundbewegung den mächtigsten sozialen Einfluß in der Welt ausüben würden, wenn man sie fortdauern ließe.

Man bezeichnet einen Propheten öfters als diesseitig oder jenseitig. Joseph Smith war beides. Er lehrte, daß die Religion Christi nicht fordert, dem Leben zu entsagen, sondern es in jeder möglichen Hinsicht zu bessern. In Bezug auf das Jenseits lehrte er mehr als Augustinus und Thomas von Aquin zusammen. Gleichzeitig aber gründete er Städte Gottes im Diesseits.

Der Prophet als Charismatiker *
Ein Propeht ist gottbegnadet. Wie David oder Petrus besitzt er Gaben oder Kräfte, die andere Menschen erhöhen.

Joseph Smith war in einmaliger Weise begabt.

Meinen wir damit sein Denkvermögen? Peter Burnett, späterer Gouverneur von Kalifornien und andere kritische Beobachter äußerten die Ansicht, daß Joseph Smiths klares Denkvermögen absolut hervorragend gewesen sei. Männer, die in weltlichen Schulen eine viel höhere Bildung genossen hatten als er, erkannten seine Überlegenheit an.

Meinen wir damit die Wärme, die er ausstrahlte und sein mitfühlendes Gemüt? Wer ihn kannte, antwortet: „In der Kameradschaft mit einem anderen habe ich niemals die gleiche Freude und die gleiche Zufriedenheit gefühlt.“

Meinen wir damit seine entscheidende Führerschaft? Er schaffte Großes in jedem Bereich.

Im Jahr vor seinem Tode wurde er als Kandidat für die Präsidentschaft aufgestellt. Der Grund dafür war, daß dem politischen Mißbrauch der Heiligen der Letzten Tage in Illinois und Missouri Einhalt geboten werden sollte. Es ist aber geradezu Ironie: Ein paar Stunden vor seinem Tode trafen Vertreter beinahe aller Staaten der Union zusammen, um zu bresprechen, wie seine Karriere gestoppt werden könnte. Sie hatten Angst um ihre eigene Publicity, denn Joseph Smiths politischen Anschauungen gingen wie ein Lauffeuer durch die Presse. Würde er dieses Mal nicht gewählt, dann ganz bestimmt das nächste Mal. (Er wäre übringens der jüngste Präsident in den Annalen der USA gewesen.)

Meinen wir damit die Begabung, sich die Führereigenschaften anderer Menschen zunutze zu machen? Bedeutende Männer und Frauen standen ihm in Kirchen- und Stadtrat zur Seite, und er erhob sie zu noch größerer Bedeutung. Viele waren um Jahre älter als er und sie übertrafen ihn an Bildung und Talenten. Es war die Elite aus anderen christlichen Kirchen. Dennoch wurde ihr Wesen von Joseph Smith und durch Joseph Smith immer wieder angeregt. Sie bezeugen, daß Joseph Smith ein gesalbter Diener des Herrn war. Ihre Biographien erklären unabhängig voneinander den belebenden Einfluß seiner Lehre und seines Vorbildes.

Meinen wir damit eine Eigenschaft, die Christus in besonderem Maße besaß und Sandburg Samt und Stahl nennt? Wer sie besitzt, kann langmütig überreden, ohne Zwang oder Drohung anzuwenden. Überlegen Sie die folgenden fünf Fälle:

Wie soll man sich Joseph Smiths Initiative beim Bau der Tempel in Kirtland und Nauvoo erklären? Es dauerte lange entbehrungs- und opferreiche Jahre, sie zu errichten, kurze Wochen, sie zu benutzen und nur wenige Tage, sie an die Verfolger zu verlieren. Durchsucht man die Niederschriften der am Bau Beteiligten, so findet man statt Verbitterung und Enttäuschung eine unaussprechliche Freude über die gehabte Mühe. Die Gläubigen hatten nach heiliger Begabung, nach der Welle des Geistes gesucht und das Gesuchte auf gefunden.

Wie soll man sich Joseph Smiths Marsch mit dem lager Zions erklären? Er legte über 1600 Kilometer zurück (täglich 64 km!), um einen ausgeplünderten Volk viele Wagen voll Kleidung zu bringen. Joseph hielt alle Männer zusammen, obwohl das Unternehmen in jedem Augenblick völlig aussichtslos erschien.

Wie soll man sich sein Unterfangen erklären, Männer, die kaum richtig Englisch erlernt hatten, in einer Schule Hebräisch zu lehren? Später zog er sie in einer Schule der Propheten zusammen, in der jeder den anderen über die Wege Gotte belehrte. Er sandte diese Männer als Missionare mit der Verheißung auf außerordentlichen Erfolg in die Welt hinaus und dieser traf ein.

Wie soll man sich die Tatsache erklären, daß Joseph Smith sein Volk aus vier Staaten heraus und in fünf Staaten hineinführen konnte? Privates Vermögen im Werte von Hunderttausenden von Dollars wurde zurückgelassen. Jeder Verfolgte hätte sich von Joseph Smith abwenden können und einige taten das auch. Aber das Vorrecht der Zusammengehörigkeit mit den Glaubensbrüdern ließ die selbsterbauten Häuser und das fruchtbare Land wertlos erscheinen. Jeder handelte nach dem Wort, das Hyrum später angesichts des Todes gesagt hat:

„Joseph, ich kann Dich nicht verlassen.“

Wie aber soll man sich vor allem Josephs Gabe erklären, Menschen, die sich nach Alter, Rasse, Sprache, Sitten und Gebräuchen stark unterschied, zu vereinigen? Er stand mitten unter ihnen und einte sie in einem so starken Glauben an Gott, daß die Himmel sich tatsächlich auftaten. Zu einigen dieser Erlebnisse gibt es keine Parallele außer in den glorreichen Wirken Christi. Die Gläubingen waren manchmal so überwältigt, daß viele meinten, das Millenium habe bereits begonnen. Und doch gab es nie Wahnvorstellungen, nichts Exaltiertes. Joseph Smith lehrte, daß der Geist Gottes Erhabenheit und Intelligenz verleihe, nicht aber Einbildung und Hysterie. Es ging ruhig und heiter zu.

Meinen wir damit die Fähigkeit des Propheten, die Mentalität der verschiedensten Menschen anzusprechen?

Kleine Kinder sind für Freundlichkeit empfänglich und werden auf Falschheit schnell aufmerksam. Mit instinktiver Liebe hingen die Kinder dem Propheten an.

Jungen lieben Helden und es liebten ihn Knaben wie der 14-jährige John Hess, der täglich 10 Kilometer zu Fuß ging, nur um einige Minuten bei dem Propheten verwwilen zu dürfen. Die Flamme, die er in ihnen entfachte, entzündete hundertfaches Leben von höchstem Wert.

Die meisten Frauen besitzen einen Spürsinn für die Religiosität eines Mannes. Mercy R. Thompson, die Frau des Sekretärs des Propheten, sprach von Josephs herrlicher Milde. Eliza R. Snow, die seine Gebete dreimal täglich hörte, sprach von der Größe seiner Seele. Emmeline Wells, eine begabte Schriftstellerin, die ihn beobachtet hatte, als er Neubekehrte begrüßte, sagte von ihm: „Er besitzt die Seele eines Dichters und einen erhabenen Geist. Er is ein Geheimnis höherer Art.“ Sariah Workman, eine der vielen Einwanderinnen, berichtet: „Ich fühlte einen göttlichen Einfluß, wann immer ich mich in seiner Gegenwart befand.“

Männer, die einen anderen Mann täglich beobachten, lassen sich selten täuschen. Die Apostel, die in dem engen Kreise der Zwölf erklären mit Wilford Woodruff:

„In diesem Geschlecht gibt es keinen größeren Mann als Joseph Smith. Die Nichtjuden betrachten ihn wohl, aber er ist wie eine Goldader, die sich vor dem menschlichen Auge verbirgt. Seine Prinzipien, seinen Geist, seine Weisheit, seine Tugend, seine Nächstenliebe, seine Berufung kennen sie nicht. Seine Gedanken breiten sich wie die Ewigkeit aus und Gott allein begreift seine Seele.“

Meinen wir schließlich die geistigen Gaben? Die Geschichte liefert Belege dafür, daß alle geistigen Gaben zu gegebener Zeit im Leben Joseph Smiths offenbar wurden.

Er besaß z.B. die Gabe, Geister zu unterscheiden. Er erkannte das Gute und brachte, um Wandall Mace zu zitieren, das Gute „in einigen der schlimmsten und in einigen der besten Menschen, die je gelebt haben“ zum Vorschein.

Er besaß die Gabe, Kranke zu heilen. Er wußte, was es bedeutet, von einem Krankenbett aufzustehen, wie der alte Jakobus es gesagt und wie Jesus Christus es gelehrt hatte. Joseph Smith wußte, was es heißt, durch das Dorf Montrose zu gehen, seine Hände auf Männer und Frauen mit verglasten Augen zu legen und jeden sofort gesund werden zusehen. Sein Tagebuch am 22.7.1839 sagt: „Viele Kranke wurden heute durch die Kraft Gottes geheilt.“ Tagebücher anderer sagen uns, daß es Joseph allein war, der an der Spitze dieser Glaubensmanifestation stand.

Tausende besuchten das Mansion House an jenem finsteren Tage, als die Leichen Josephs und Hyrums zu sehen waren. Das Volk war damals von dem Glauben an die Unsterblichkeit des Menschen mehr erfüllt denn je zuvor. Obwohl diese Menschen schon an den Bahren von Königen und Fürsten gestanden hatten, hatten sie noch nie eine so tiefe Trauer empfunden wie jetzt.

Der Prophet als Überwinder seines Leidens *
Ein Prophet erlebt in der Erfüllung seiner Mission viele Leiden, bleibt aber, trotz allem strahlend.

Man kann den Faden der Lebensgeschichte Joseph Smiths an irgendeinem Tage in irgendwelchem Jahr aufnehmen und sofort das Leiden finden: Man findet es sowohl in seinem als auch im Leben seiner Gefährten.

In dem Augenblick, in dem seine Lippen von der Vision sprachen, begann die Opposition und steigerte sich immer mehr. „Sei geduldig in Trübsalen,“ sagte der Herr zu ihm, „denn Du wirst viele haben.“ Zwanzig Jahre später sagte er, daß das Mißgeschick ihm schon zur zweiten Natur geworden sei, aber es hat „mich desto näher zu Gott gebracht, wie ein Balken von jeder Welle weiter an den Strand geschwemmt wird.“ Brigham Young sagte von ihm, er habe innerhalb von achtunddreißig Jahren tausend Jahre erlebt.

Als Joseph Smith immer einflußreicher wurde, verschworen sich Opportunisten, politische Demagogen, der Abschaum des Grenzlandes und sogar bewaffnete Verbrecher gegen ihn. Achtundvierzig mal führte man Prozesse gegen ihn. Von jeder Anklage wurde er freigesprochen, trotzdem aber mußten er und seine Familie jedesmal mit schweren Leiden bezahlen. (Sein Vater starb als Opfer eines Pogroms in Missouri. Seine Mutter beerdigte vier ihrer Söhne, die nicht gestorben wären, hätten sie ihrem Glauben abgeschworen.)

An seinem Leib trug er die Denkzettel seiner Ausdauer: Er hinkte etwas als Folge einer Knochenoperation, der er sich als Knabe unterziehen mußte; den Alkohol, den man ihm als Betäubungsmittel angeboten hatte, hatte er abgelehnt. Zeit seines Lebens verlor er nicht die 50 cm langen blauen Flecken, die ihm geblieben waren, nachdem er vom Pöbel entführt und mit Gewehrkolben traktiert worden war. Es fehlte ihm ein von einem seiner Angreifer ausgeschlagener Zahn. Er trug Narben einer Teerung, die heiß aufgetragen und kalt abgerissen worden war. Sein Kiefer war verrenkt und sein Haar fiel nach einer schweren Vergiftung teilweise aus.

Infolge einer böswillig erfundenen unwahren Anklage verbrachte er vier Wintermonate in einem kalten Kerker auf der blanken Erde, ohne Licht und ohne sanitäre Einrichtungen. Seine Familie war damals so arm, daß seine Frau Emma ihm nicht einmal eine Decke schicken konnte. Wenn er Besuch empfange durfte, hörte er von den Leiden seines in jeder Grafschaft gebranntschatzten und aus jedem Land vertriebenen Volkes. Inbrünstige Gebete stiegen aus seiner Seele empor. Er flehte um seine Befreiung und um Hilfe für die Heiligen. Er stellte Hiobs Fragen: „Warum? Wie lange noch, O Herr?“

Es ist typisch für sein Leben und zeigt seine geistige Reife, daß viele seiner schönsten und ergreifendsten Worte, die zur klassischen religiösen Literatur gehören, nicht in Stunden Der Ruhe entstanden sind, (er hatte keine äußerliche Ruhe) sondern in diesem Gefängnis, das zum Tempel wurde.

In dem Zwielicht, das dort herrschte, hatte er Erleuchtungen, brachte sie zu Papier und grub sie tief in seine Seele:

„Mein Sohn, Friede sei mit Deiner Seele! Dein Ungemach und Deine Trübsale sollen nur von kurzer Dauer sein und dann, wenn Du treu ausharrst, wird Dich Gott hoch erheben und Du wirst über Deine Feinde obsiegen.“

„Wenn Du berufen bist, Trübsale zu leiden . . . werden alle diese Dinge Dir Erfahrung geben und Dir zum besten dienen.

Des Menschen Sohn ist unter all dies erniedrigt worden – bist Du größer als er?“

Immer wieder fiel das Schicksal mit Hammerschlägen über seinen Geist, seinen Körper und sein Wesen her. Trotzdem beweist sein Leben, über das Freund und Feind Genaues berichtet, daß ein siebenfach glühender Feuerofen den Menschen nicht unbedingt zerstören muß. Er kann ihn veredeln und vervollkommnen. Vergebens sucht man einen Verlust seines inneren Lichtes. Vergebens sucht man Verzweiflung.

Der Prophet als Verkörperung der Liebe *
Ein Prophet ist um die Menschheit besorgt. Er verkörpert die Nächstenliebe. Aus dieser Sicht ist Johannes der Lieblingsjünger ein Prophet.

Joseph Smith lehrte, wie die göttliche Liebe den wahren Nachfolgern Jesu Christi verliehen wird. Von ihr belebt, sieht man seine Nächsten „mit einer größeren Liebe, als man für sich selbst hat.“ Das ist die reine Liebe Christi.

„Bis wir vollkommene Liebe haben,“ schrieb er einmal, „sind wir in Gefahr zu fallen. Aber wenn wir ein Zeugnis besitzen, daß unsere Namen im Lebensbuch des Lammes versiegelt sind, dann können uns keine falschen Christusse irreführen.“

Mit seinem inneren Wachstum wuchs auch diese allumfassende Liebe. Bei vielen Begebenheiten zeigte sich dieses Verhältnis. Dahin gehören, um nur einige anzuführen, die folgenden:

Er weinte, wenn er mit visionärem Blick die Liebe und die Passion Jesu erahnte.

Es bedrückte ihn, als er den Heiligen zuliebe deren Lasten verringern wollte, während er sie Gott zuliebe erschweren mußte. Einmal wurde er sogar gewarnt, daß die Liebe des Himmlischen Vaters ihn verlassen würde, wenn er die Heiligen nicht nach Gottes Beschlüssen leitet: „Darum wirst du in der Finsternis wandeln.“

Er war ergriffen bei dem Gebet eines kleinen Mädchens namens Helen Marr Kimball, vom Anhören einer einfachen Hymne, von dem Anblick der blutenden Füße eines 15-jährigen Freiwilligen, durch die Zuversicht der Heiligen, mit der sie „die Hitze des Tages ertrugen.“

Da ist sein Staunen über die Wunder der Natur (Alles bezeugt Gottes Allmacht), seine fast poetische Schilderung des Landes Zion und des Felsengebirges, das zu besuchen er sich vergeblich sehnte, sein Verbot, Tiere, sogar Klapperschlangen im Spaß zu töten, sein Ertragen von Brutalität trotz seiner physischen Übermacht und seine unaufhörlichen Bemühungen, die Schwachen zu unterstützen.

Joseph Smiths Liebe strahlte hell in jenen schmerzlichen Tagen, als ihm ein Kind bei der Geburt gestorben war und er seiner Frau das Kind einer benachbarten armen Familie nach Hause brachte, damit sie es stille und pflege. Diese Little Mary, ein Zwillingskind, fühlte sich im Heim und in den Armen des Propheten glücklich. Dankbar gab er es schließlich seiner Mutter zurück.

Seine Fähigkeit, sofort zu verzeihen, fällt auf. Menschen verrieten ihn, manchmall aus teuflischem Ehrgeiz und Stolz. Nichts, so schrieb er einmal, habe ihn mehr geschmerzt als das. Nachdem diese Menschen aber in erneuter Hingabe an Christus und in Demut zu Joseph Smith zurückgekehrt waren, beeindruckte sie dessen vorbehaltlose Vergebung so tief, daß sie bis zu ihrem Tode immer erklärten, sie würden niemandem außer Christus eine größere Liebe entgegenbringen als Joseph Smith.

Bezeichnend ist die Art, in der er einen Neger behandelte, der Likör verkauft und den Sabbath gebrochen hatte. Als Bürgermeister mußte er ihn bestrafen. Als Bruder aber schenkte er ihm tagsdarauf sein eigenes Pferd, mit dem der Neger die Freiheit seines Kindes erkaufen sollte. Welch eine Liebe spricht aus Josephs tiefer Dankbarkeit für jede gute Tat wohlwollender Menschen! In seinem Tagebuch finden sich darüber unzählige Einzelheiten. „Wenn die Leute mir auch nur die kleinste Freundlichkeit erzeigen, oh welche Macht hat dies über mein Gemüt!“

Welche Liebe rief sein ruhiges Gewissen hervor, mit dem er seinen Anklägern begegnete. Männer, die gerade noch Ränke gegen ihn geschmiedet hatten, waren plötzlich willig und bereit, ihn zu verteidigen.

Welche Liebe lag in seinem brüderlichen Gruß! John Taylor sagt, „Sein Gruß trug stets den Stempel größter Freude.“ Und welche Liebe liegt in dem Ausspruch, „O daß ich wie die Erzengel reden könnte, um meine Gefühle nur ein einziges Mal meinen Freunden mitzuteilen!“

Welche Liebe zeigt sich in seinem einzigartigen Verhalten, das sowohl „der Gesellschaft der Reichen, als auch der Armen angepaßt“ war, wie Lorenzo Broon schrieb. Viele Menschen bezeugten, daß es ihr ganzes Wesen erhellt habe, wenn sie Josephs Hand schütteln durften, und daß seine Gegenwart immer einen besänftigenden oder gar heilenden Einfluß auf sie ausgeübt habe.

Es weist auf die Liebe in seiner Seele und auf das Gewicht auf seinen Schultern hin, daß er im letzten Juni seines Lebens sagte: „Wäre nicht der zarte Bund der Liebe, der mich mit euch verbindet, meine geliebten Geschwister, so wäre der Tod mir honigsüß.“

Der Prophet als Seher *
Ein Prophet kennt Gott aus persönlicher Begegnung. Er lernt das Göttliche begreifen, wie Moses am Berge Sinai oder Paulus auf dem Weg nach Damaskus und so wie Carlyle es fordert, nicht vom Hörensagen.

Die erste Offenbarung Joseph Smiths, die sich in einem kleinen Wald ereignete, der heute heilig genannt wird, ist weder unglaubwürdiger oder glaubwürdiger als die Vision des Paulus. In einem Licht, das den Knaben buchstäblich umhüllte, erblickte er den Vater und den Sohn.

Danach bezeugte er, daß der wichtigste Grundsatz der geoffenbarten religion, im Gegensatz zum spekulativen Dogma, laute, „ . . . das Wesen Gottes mit Bestimmtheit zu erkennen und zu wissen, daß jeder Mensch sich mit ihm unterhalten kann, wie Moses, wie ein Freund mit seinem Freund redet.“

Joseph Smith lehrte, wie alle Christen, daß die Bibel dem, der sie genau und gebetsvoll untersucht, vieles offenbaren kann. Sie hilft aber nichts, wenn man nicht durch den Glauben an ihre Grundsätze Offenbarung für sich selbst empfängt.

Eine Offenbarung ist mehr als lediglich ein gutes Gefühl im Herzen oder die Bestätigung bestehender heiliger Schriften. Sie ist die Begegnung mit Gott und verleiht ein Verständnis aller Wahrheiten über das eigene Wesen und Schicksal sowie über die gegenwärtigen Bedürfnisse und Pflichten nach Gottes Willen. Der Glaube an Jesus Christus weiht nicht jeden zum Priester; doch Offenbarung von Jesus Christus weiht jeden zum Propheten. „Selbst der Bescheidenste unter den Heiligen kann alles wissen, sobald er es zu tragen vermag.“

Die entscheidenden Erlebnisse der unmittelbaren Offenbarung im Leben des Propheten haben Zeugen. Seine Gegner behaupten, diese Zeugen hätten ihr Zeugnis widerrufen. In Wahrheit taten sie das niemals, und es fällt den Skeptikern schwer, diese Tatsache wegzuerklären. Es ist unmöglich, die Erfahrungen Joseph Smiths, an denen viele Menschen teilhatten, zu erklären, ohne etwas Übersinnliches einzuschließen.

Joseph Smith formulierte keine „Gottesbeweise.“ (Ebensowenig wie Christus und die alten Propheten.) Er legte Zeugnis von herrlichen Erlebnissen ab. Seiner Meinung nach bauen die Menschen, die die Persönlichkeit Gottes in den Spitzfindigkeiten der Ersten Ursache oder der Weltordnung suchen, einen Turm zu Babel. „Sie suchen nicht den Herrn,“ schrieb er, „noch seine Gerechtigkeit. Jeder geht seinen eigenen Weg, nach dem Bilde seines eigenen Gottes, dessen Ebenbild dem der Welt gleicht.“

Der wahre Gott und sein Christus sind persönlich zu erkennen. Joseph Smith bezeugt durch seinen Tod, daß sie so erkannt werden können und daß wir Christus bei seinem zweiten Kommen nur näher treten werden, wenn wir mit ihm schon vorher durch Offenbarung in Verbindung gestanden haben.

Der Prophet als Märtyrer *
Ein Prophet ist bereit, im Gehorsam zu Gott zu sterben. Er besiegelt sein Zeugnis, wie Paulus oder Stephanus, mit seinem Blut.

Zehn Jahre lang hatte Joseph Smith erklärt, daß sein Leben für Christus geopfert werden würde. Er sagte auch, daß viele Heilige während des Trecks in den Westen den Märtyrertod erleiden würden. Seiner Mutter und einigen der Zwölf hatte er sogar anvertraut, „Ich werde keine vierzig Jahre alt werden.“

Er sagte den Heiligen bei vielen Gelegenheiten, daß er eine Verheißung erhalten habe. Wenn er der Stimme des Geistes gehorchte, würde er lange genug leben, um gewisse Aufgaben zu erfüllen. Der Prophet und die Heiligen waren deshalb vollkommen furchtlos. Immer wieder wurde Joseph Smith zum Tode verurteilt und entführt. Jedesmal kam er sicher zurück und trotz der unwahrscheinlichen Unruhe seines Lebens trug er keine Waffe zur Selbstverteidigung.

Die letzten Monate seines Lebens zeigen ganz besonders, wie gewissenhaft, inspiriert und eifrig seine Vorsorge für die Zeit nach seinem Tode war.

Er ging von Haus zu Haus, um die Leute zu ermutigen, den Großen Tempel fertigzustellen. „Ich werde seine Vollendung nicht erleben, aber ihr werdet so lange leben.“ Eigenhändig bearbeitete er einige der weißen Tempelsteine. Er tat dies mit den Händen, durch die alle Temperlarbeiter ihre besonderen Segnungen empfangen hatten. Er betete, während er nachts an der Tempelmauer wachte. Er wußte besser als seine Mitarbeiter, wie entscheidend der Tempel für ihr geistiges Überleben sein würde.

Täglich traf er mit den Zwölfen und mit den anderen auserwählten leitenden Männern zusammen. Er prägte ihnen immer wieder jede Lehre, jeden Grundsatz und jede Vollmacht des Evangeliums Jesu Christi ein. „Er läßt uns keine Ruhe,“ bemerkte Orson Pratt.

Joseph hielt damals meisterliche Ansprachen vor Tausenden von Versammelten und erklärte ihnen, daß er seine Verantwortung für die Führung der Kirche auf die zwölf Apostel übertrage. Er organisierte einen Spähtrupp, um den Exodus nach dem Westen vorzubereiten. Dies alles gipfelte in einer Konferenz im April 1844, nach der er fast alle Kirchenführer auf Reisen schickte. „Wenn ihr nicht geht, sterbt ihr.“

Das Volk wollte seine Worte und Taten nicht verstehen, auch dann noch nicht, als er bei der letzten Versammlung der Bürgerrechte verweigert, wird mein Blut wie Wasser auf den Boden fließen.“

Die, die ihm am nächsten standen, hörten ihn während seiner letzten Stunden in Nauvoo oft sagen: „Wir werden hingemetzelt werden.“ „Mein Gewissen ist ruhig.“ „Ich gehe wie ein Lamm zur Schlachtbank.“ „Ich habe keine Angst vor dem Tod.“

An jenem Junimorgen, an dem er und sein Bruder Hyrum um 6 Uhr früh die Pferde bestiegen, um nach Carthage und in den Tod zu reiten, fragte er seine Frau: „Emma, kannst Du meine Söhne so erziehen, daß sie in die Fußtapfen ihres Vaters treten?“ Sie dachte wahrscheinlich daran, wie oft er in der Vergangenheit befreit worden war und antwortete: „O Joseph, Du kommst sicher zurück!“

Es hätte viele Auswege gegeben. Er hätte seinen Tod ehrenvoll vermeiden können, und als die Würfel gefallen waren und die Schlinge sich zugezogen hatte, boten seine Freunde innerhalb und außerhalb der Kirche ihre Hilfe an.

Fünftausend bewaffnete, gut ausgebildete Soldaten standen zu seiner Verteidigung bereit. Seine letzte offizielle Handlung als Bürgermeister von Nauvoo war es, sie zu entwaffnen und ihnen zu gebeiten, nach Hause zu gehen. (Der Pöbelhaufen, von dem er getötet wurde, bestand nur aus 150 Mann.)

Angebote seiner Freunde, ihm zu helfen, waren ebenso vergeblich gewesen wie der Versuch von Willard Richards, an seiner Stelle zu sterben, denn Joseph ließ sich von seiner Fahrt nach Carthage nicht abbringen.

Obwohl er von den Richtern freigesprochen worden war, nützte es ihm auch nichts. Auf den Pöbelhaufen machte das keinen Eindruck. Dieser verstand nur die Sprache des Schießpulvers und der Kugeln.

Bevor er verletzt wurde und vor die Schußwaffen seiner Meuchelmörder sprang, hatte er neben der Tür seiner Zelle gestanden, durch die heftig gefeuert wurde. Sein Bruder Hyrum und zwei der Zwölf befanden sich ebenfalls im Raum. Hyrum wurde erschossen. Während dieser ganzen makabren Szene bestanden die Abwehrmittel der Angegriffenen aus zwei Spazierstöcken und einer Pistole. Der Todessprung des Propheten rettete das Leben von John Taylor und Willard Richards, die später beide hohe Ämter in der Kirche bekleiden sollten. Bevor ihn weitere vier tödliche Musketenkugeln trafen, erinnerte sich Joseph sicher noch einmal der Worte, die, wie er immer behauptet hatte, der lebendige Heiland schon ein Jahr vor der Gründung der Kirche zu ihm gesprochen hatte: „Und selbst wenn sie euch alles antun, was sie mir angetan haben, gesegnet seid ihr, den ihr werdet mit mir in der Herrlichkeit wohnen.“

In dieser Schrift wurden zehn Kriterien eines Propheten behandelt: Verkünder, Weissager, Träger göttlicher Vollmacht, Retter der Wahrheit, Initiator sozialer Gerechtigkeit, Charismatiker, Überwinder seines Leidens, Verkörperung der Liebe, Seher, Märtyrer.

Traditionsgemäß beziehen die Gelehrten das Attribut Prophet auf einem Mann, der ein paar der oben angeführten Bedingungen erfüllt.

Was soll man von einem Mann halten, der alle zehn in sich verkörpert?

Footnotes:
1. Man vergleiche die folgenden Beobachtungen: „Man konnte ihm nicht begegnen und nicht von der Kraft seiner Persönlichkeit und seines Einflusses beeindruckt sein.“ (Mary Alice Cannon, Young Woman’s Journal, Band 16, Seite 554. Nachher YWJ); „Als ich ihn unter Hunderten anderer Männern, die ich je gesehen habe.“ (George Q. Cannon, The Improvement Era, Band 22, S. 751. Nachher IE).

2. Siehe z.B. die Tiefe vieler Abschnitte der Lehre und Bündnisse, Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, Frankfurt am Main, 1961. Abschnitte 1, 18, 22, 38, 45, 63, 84, 88, 133. Nachher L & B.

3. L&B 101:4.

4. L&B 82:3.

5. So nennt man seit hundert Jahren die Heiligen der Letzten Tage oder Mormonen.

6. Ein ausdrücklicher Zweck der Wiederherstellung war, daß mein ewiger Bund aufgerichtet wird. (L&B 1:15,22. Vgl. Jer. 31:31–33.)

7. „Darum ergeht die Stimme des Herrn bis an die Enden der Erde, damit alle, die ihn hören können.“ L&B 1:11.

8. „Ein Mensch, der keine der Gaben hat, hat auch keinen Glauben; wenn er meint, er habe ihn, so täuscht er sich selbst.“ Lehren des Propheten Joseph Smith, Frankfurt am Main, 1963, S. 227. Nachher LPJS. Man bedauert die verlorene Ausstrahlung des Christentums. Joseph Smith behauptete, ein Instrument zu ihrer Wiedererlangung zu sein. * Eschatologie, bzw. Prophetie über große Ereignisse, Auferstehung und Gericht, hat große Beachtung seit Schweitzers Quest of the Historical Jesus gefunden. Die Rollen vom Toten Meer haben die Eschatologie als einen notwendigen Teil der Bedeutung des Prophetseins betont. Siehe The Scrolls and the New Testament, Krister Stendahl, New York, Harpers, 1957.

9. John A. Widtsoe, Joseph Smith, Prophet, Seeker after Truth, Salt Lake City, Utah, Bookcraft Inc., 1950.

10. Am berühmtesten sind die Rocky Mountain Prohezeihung (Grant, C.E., Das Königreich Gottes Wiederhergestellt, Frankfurt am Main, 1964, S. 266–267.), die Bürgerkrieg Prophezeihung (L&B 87.), die Stephen A. Douglas Prophezeihung (LPJS, S. 253–4.).

11. Siehe z.B. LPJS S. 13, 28, 34, 39, 41, 42, 53, 55, 56, 57, 59, 68, 70, 74, 79, 98, 113, 123, 125, 132, 134, 135, 137, 150, 154, 196, 210, 212, 226, 236, 239, 240, 246, 269, 272, 278, 279, 284, 285, 287, 288, 306.

12. LPJS 226. Eine Person, die einen Propheten für einen falschen Propheten hält, maßt sich selbst eine prophetische Gabe an.

13. Reminiscences of Edward L. Stevenson, Salt Lake City, Utah, S. 4. * William F. Albright setzt voraus: Ein Prophet ist eine Person mit einem heiligen Beruf. „Die Propheten waren mächtige Prediger. Durch ihre Nähe zu Gott, die Stärke ihrer Persönlichkeit, die Kraft ihre Nähe zu Gott, die Stärke ihrer Persönlichkeit, die Kraft ihrer Botschaften, die Brillanz ihres Stils . . . waren die Propheten die erstaunlichsten Prediger aller Zeit.“ The New Schaff-Herzog Religious Encyclopedia, Grand Rapids, Michigan, Baker Book House, L. A. Loetscher, 1955, S. 912.

14. Für die Ereignisse betreffs der Übertragung der Vollmacht lese man Köstliche Perle, Joseph Smith 2:21–72. L&B 13:110, 128.

15. Journal History, 12. März 1897, S. 2. Büro des Kirchengeschichtsschreibers, Salt Lake City, Utah.

16. In ihrem Buch der Erinnerung, ursprünglich im Büro des Kirchengeschichtsschreibers, Salt Lake City, Utah.

17. Wilford Woodruff, Mathias Cowley, Salt Lake City, Utah, 1909, S. 68.

18. YWJ 16:558.

19. Tagebuch von Edward L. Stevenson, S. 152.

20. Lydia Knight in Faith Promoting Series, Buch I, Juvenile Instructor Büro, Salt Lake City, Utah, 1883, S. 31.

21. Tagebuch von Alfred Cordon im Büro des Kirchengeschichtsschreibers, Salt Lake City, Utah, S. 174.

22. T. Earl Pardoe, Lorin Farr, Pioneer, BYU Press, Provo, Utah, 1953, S. 48.

23. Tagebuch von David Osborn, BYU Spezial Archiv, Provo, Utah, S. 12–13.

24. G. Homer Durham, The Gospel Kingdom, Ansprachen von John Taylor, Salt Lake City, Utah, Deseret Book Company, 1943, S. 356.

25. Diejenigen, die den Mormonismus als Sekte betrachten, übersehen die historische Tatsache, daß er immer die Personen angezogen hat, die schon in ihrer eigenen christlichen Tradition vertieft waren. Einstimmig sagen sie, der Mormonismus sei nicht etwas anderes, sondern etwas viel Umfassenderes als alles, was sie in ihrer früheren Anschauung für wahr, gut und schön fanden. * „Von einem göttlichen Geiste erfüllt, sind die Propheten überzeugt, daß sie gesandt wurden, um die Wahrheit zu verkünden und die alten Lehren des Gottes Israels wiederherzustellen, die Israel vernachlässigt und dadurch den Bund mit seinem Gott gebrochen hat.“ Isaac Sandmann, Universal Jewish Monthly, New York, Universal Jewish Encyclopedia Inc., 1942, Bd. 8, S. 660.

26. LPJS 267.

27. Das geistige Licht unter den Menschen schwächt sich aus zwei Gründen ab: Durch Ungehorsam und wegen der Traditionen ihrer Väter. L&B 93:39.

28. Joseph Smith hatte Sekretäre, die viele seiner offiziellen Stellungnahmen und manchmal sogar gelegentliche Bemerkungen von ihm niederschrieben. Die unglaubliche Tatsache an seinem gesamten Werk ist, daß es nicht überarbeitet wurde. In den meisten Fällen wurde nach dem ersten Entwurf keine Überarbeitung vorgenommen. Daß es trotzdem ein übereinstimmendes Bild gibt, ist fast ein Wunder.

29. Die Mormonen finden es merkwürdig, daß es so viele religiöse Bewegungen seit der Zeit Joseph Smiths gegeben hat, die eine einzelne Lehre ausgesondert und überbetont haben, die, im richtigen Zusammenhang gesehen, zum echten Christentum gehört: Sieben-Tag-Adventisten, Spiritisten, Britisch Israel, Wissenschaft des Geistes Gesellschaften, Ethische Kultur, Religiöser Humanismus, Christliche Wissenschaft, Gesundbeter, Evangelische Bewegungen, Ba-Hai, Theosophie und Zeugen Jehovahs stellen solche Kerne dar.

30. DHC 6:68. November, 1943. * Von Amos und Micha wird gesagt: „Natürlich machten sie die Sache der Notleidenden, Unterdrückten und der kleinen Leute zu der ihren.“ Von Jesaja: „In seinem Kampf gegen soziale Ungerechtigkeit, Luxus und Sittenlosigkeit ist er von einem tiefen religiösen Impuls getrieben.“ Max Weiner, Universal Jewish Encyclopedia, New York, Universal Jewish Encyclopedia Inc., 1942, Band 8, S. 661.

31. Zur Erklärung der Organisation siehe L&B 20, 42, 107, 124.

32. Richard T. Ely, „Economic Aspects of Mormonism,“ Harper’s Monthly, Band 106, S. 668.

33. Was er schon damals zu den Gefahren der Großstadt und zur Notwendigkeit der allgemeinen Volksausbildung sagte, sieht man heute endlich ganz ein. Siehe G. Homer Durham, Joseph Smith, Prophet-Statesman, Salt Lake City, Utah, Bookcraft, 1944.

34. LeGrand Richards, Ein Wunderbares und Seltsames Werk, Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, Frankfurt am Main, 1963.

35. Josiah Quincy, Bürgermeister von Boston, hat nach seinem Busuch geschrieben, daß Joseph Smith wohl der wichtigste Amerikaner des 19. Jahrhunderts sein könnte. Siehe sein Buch, Fugures of the Past. Charles Francis Adams, sein Begleiter, war nur von der Ausdauer der Mormonen angesichts von Feindseligkeiten beeindruckt. Er hielt Joseph Smith immer noch für einen Betrüger. Wenn er einer gewesen wäre, dann wäre seine Leistung noch mehr, nicht weniger zu bewundern.

36. Tolstoi sagte das dem Präsidenten der Cornell Universität, Andrew White. Siehe IE 42:94.

37. Für diesen Teil seines Werkes interessierten sich John Dewey und William James, und es hat schon viele Interpreten zu dem Schluß geführt, den Mormonismus als Teil des Hauptstromes des amerikanischen Unternehmungsgeistes zu sehen. Dr. George Hedley, methodistischer Geistlicher am Mills College, schrieb, daß die „umfassende Vollständigkeit dieser Religion im Vergleich mit fast allen anderen religiösen Gemeinschaften“ am erstaunlichsten sei. * Charisma bedeutet gottbegnadet. Durch diese von Gott verliehene geistige Kraft verkündeten die Propheten den Willen und die Natur Gottes. „Niemand konnte die ganze Herrlichkeit Gottes begreifen und keiner war der vollkommene Mittler der göttlichen Offenbarung (aber) . . . wenn Gott damals die Person eines Menschen zum Organ seines Geistes machen konnte, so kann er es noch heute.“ Harold H. Rowley, The Rediscovery of the Old Testament, „The Significance of Prophecy,“ Philadelphia, The Westminster Press, 1946, S. 125.

38. William Taylor in YWJ 17:548. Als er neunzehn Jahre alt war, verbrachte er zwei Wochen mit dem Propheten.

39. Siehe seine Erklärung und seinen Kommentar für die Presse, LPJS 281.

40. Selbst ein flüchtiger Blick auf die Reihe seiner Freunde, z.B. Orson und Parley P. Pratt, Willard Richards, Erastus Snow, Edward Hunter, Lorenzo Snow, Wilford Woodruff, zeigt die Qualität und die Tiefe seiner Persönlichkeit.

41. „Sie haben zu viel Macht,“ sagte Quincy in Nauvoo. „Sie vergessen, daß ich ein Prophet Gottes bin,“ erwiderte der Prophet. Seine Philosophie ist weltberühmt geworden: Ich lehre mein Volk richtige Prinzipien, und es regiert sich selbst.“ Anderswo sagte er: „Ich bekam die Macht durch die Prinzipien der Wahrheit und Tugend, die noch bestehen werden, nachdem ich tot bin.“ DHC 6:343.

42. DHC 6:546.

43. Siehe den Artikel „Prüfet die Geister“ LPJS 171–183.

44. Sein Heim war immer ein Zufluchtsort der Heimatlosen und Hilflosen. „Er ging nicht gerne an einem Kind vorbei, wie klein es auch war, ohne mit ihm zu sprechen.“ JI 27: 109.

45. JI 27:345.

46. Eliza R. Snow in Women of Mormondom, New York, 1877.

47. Emmeline Blanche Wells, YWJ 16:556, 23:436.

48. JI 27:345.

49. Mathias Cowley, Wilford Woodruff, Salt Lake City, Utah, Deseret News Press, 1909, S. 68.

50. In den Worten Paulus (1. Korinter 12), Moronis (Moroni 7) und in L&B 46 sind etwa dreißig geistige Gaben aufgeführt. Alle diese Gaben wurden wenigstens einmal im Leben Joseph Smiths offensichtlich.

51. Jakobus 5:14–15. Der erste Fall war die Cholera, der zweite Speisevergiftung, als ihn Newel K. Whitney segnete und sofort heilte. DHC 1:272. * „Durch Lob und üble Nachrede, durch Wohlergehen und Notzeiten, auf den Höhepunkten des Lebens und im langweiligen Alltag muß ein Prophet strahlen.“ Friedrich von Hügel „Prüfung eines Heiligen,“ The Radiant Life, New York, MacMillian, 1944, S. 4–5.

52. Er wunderte sich darüber, daß „Neid und Haß während meines ganzen Lebens mein Los gewesen sind, und wie Paulus, möchte ich mich meiner Trübsal freuen.“ L&B 127:2.

53. Er lehrte, je genauer wir das celestiale Gesetz befolgen, desto größeren Widerstand hätten wir zu erwarten. Siehe Journal of Discourses, Salt Lake City, Utah, Band 3, S. 263.

54. L&B 121:7.

55. L&B 122:7–8.

56. Einige der grundlegenden Lehren des Propheten über die Überredung, die Langmut, die Güte, Sanftmutigkeit und die unverstelle Liebe stammen aus dieser Zeit seines Lebens. L&B 121. * Indem er die Liebe als Agape oder Caritas definiert, nennt Anders Nygren diese höhere, himmlische Liebe die Neuschaffung des Christentums. Paulus und Johannes, als Jünger, Apostel und Propheten, dienen als Beispiele dafür. Sie wird sogar zur Definition des Glaubens, also zu einer Art Glaubensliebe, die eine Erwiderung der Liebe Gottes ist. Agape und Eros, New York, MacMilliam, 1932, S. 32, 80, 93.

57. Das Buch Mormon, Moroni 7:46–48.

58. LPJS 125, 147, 201, 263, 266.

59. LPJS 11.

60. Er hatte z.B. Hemmungen, das große Opfer des Tempelbaus von Kirtland zu verlangen. Zu jener Zeit konnten sich die Heiligen kaum Milch und Maismehl leisten. L&B 95:12, den 1.6.1833.

61. „O die Schönheit jener schneebedeckten Berge! Die erfriscchende Kühle der Bäche, die die Bergschluchten hinabfließen!“

62. Dies geschah während des Zion-Lager-Marsches. DHC 2:71–4.

63. LPJS 201.

64. YWJ 17:548.

65. DHC 5:360–3.

66. Die letzte Ansprache an die Legion, Tagebuch von Samuel H. Rogers, Spezial Archiv, S. 220. * „Er hat die Aufgabe des Sehens, d.h. des Verstehens dessen, was normalerweise nicht zugänglich ist, und des Verkündens dessen, was er so gesehen und begriffen hat.“ B. D. Napier, The Interpreter’s Dictionary of the Bible, New York, Abingdon Press, Nashville, 1962, K–Q, S. 897. „Ein falscher Prophet ist einer, der neicht wirklich sieht.“ Hastings Encyclopedia of Religion and Ethics, Band 10, S. 381.

67. LPJS 292.

68. Für Joseph Smith bedeutet Offenbarung etwas Fortlaufendes und Schöpferisches. „Niemand kann den Heiligen Geist empfangen, ohne Offenbarung zu erhalten. Der Heilige Geist ist ein Offenbarer.“ LPJS 277.

69. „Man soll die erste Ankündigung des Geistes der Offenbarung beachten. Wenn Sie Intelligenz in sich eindringen fühlen, so können blitzartige Gedanken in Ihnen auftauchen, und wenn Sie darauf acten, werden Sie diese in Erfüllung gehen sehen. Auf diese Weise, indem Sie den Geist Gottes kennen und verstehen lernen, können Sie durch den Grundsatz der Offenbarung wachsen.“ LPJS 129.

70. „Johannes definiert das Zeugnis Jesu als Geist der Prophezeihung (Offenbarung 19:10). Wenn ich aber behaupte, ein Zeuge und Lehrer zu sein, jedoch den Geist der Prophezeihung nicht habe, so muß ich ein falscher Zeuge sein.“ LPJS 226.

71. LPJS127.

72. Zum Beispiel: Elf Männer sahen, hielten und untersuchten die Metallplatten, die der Prophet übersetzt hatte. Bei allen Übertragungen der Vollmacht war mindestens ein anderer Mann anwesend, z.B. Oliver Cowdery, Sidney Rigdon, Hyrum Smith. Manche Offenbarungen wurden sogar in einem Zimmer empfangen, in dem viele Anwesende sie auch sahen und hörten. Den Ereignissen im Kirtland Tempel wohnten mindestens 600 Personen bei. Die Segnungen, die der Spur des Propheten folgten, wurden oft von vielen erlebt und gesehen. Im ganzen war Joseph Smith ein Mann, der fast nie allein war, nicht einmal bei seinen geistigen Erlebnissen.

73. Einige Lexika „berichten,“ daß die drei Zeugen später ihr Zeugnis verneint hätten. Die Kraft der Beweise hat die meisten gezwungen, diesen Irrtum zu korrigieren.

74. Der Irrtum besteht nicht nur darin, daß man Gott einer Schlußfolgerung gleich gemacht hat. Er besteht darin, daß man Gott durch Folgerungen und Überlieferungen anstatt Erfahrung mit ihm definiert. Joseph Smith erklärt, daß man sich zu viel auf spekulative Meinung verläßt. Man stellt sich Gott vor, ohne Erfahrung mit ihm gemacht zu haben. L&B 1:16. * Das neutestamentliche Zeitalter war wahrlich „eine Zeit, wann der Mensch berufen wurde, seine Treue zum Glauben durch den Märtyrertod zu beweisen. Der Gläubige wurde gebeten, für einen zu sterben, der schon für einen zu sterben, der schon für sie gestorben ist.“

75. Brigham Young sagt: „Ich hörte Joseph oft sagen: ‚Ich werde nicht bis zum vierzigsten Lebensjahr leben.‘“ Discourses of Brigham Young, John Z. Widtsoe, Salt Lake City, Utah, Deseret Book Company, 1925, S. 715.

76. Im Jahre 1829, ein Jahr vor der Gründung der Kirche, wurde er ermahnt, gläbig zu sein. „Auch wenn Du getötet werden solltest.“ L&B 5:22. 1834 sprach er zu einer Versammlung seiner Brüder und sagte voraus, daß die Missourianer „noch das Blut des Propheten Gottes vergießen und sein Volk von ihren Grenzen vertreiben werden.“ JI 27:147. Levi Hancock, Daniel Tyler, Lyman Wright und andere schrieben, daß „viele der Ältesten der Kirche noch gemartert werden würden.“ Vgl. LPJS 78, 183, 263.

77. Das sagte er im Jahre 1842 zu Montrose, Iowa.

78. „Gott wird mich stets beschützen, bis meine Sendung erfüllt ist.“ LPJS 309.

79. LPJS 309.

80. Über den Tempel siehe L&B 88, 110, 124, LPJS 154, 277.

81. Journal of Wandall Mace, Kopie BYU Spezial Archiv, S. 128.

82. Siehe Parley P. Pratt, Millennial Star, Band 5, S. 151. Joseph Smith and the West, Hyrum Andrus, BYU Studies, Provo, Utah, 1960, S. 129–147.

83. Mathais Cowley, Wilford Woodruff, Salt Lake City, Utah, Deseret News Press, 1909, S. 304.

84. DHC 6:499.

85. LPJS 319. DHC 6:545.

86. L&B 127. Diesen Bericht schrieb John Taylor, der selbst vier Wunden bei dem Pöbelangriff erlitt.

87. LPJS 332. Siehe Andrew Jensons Biographical Encyclopedia, Bd. I, S. 632.

88. John Bernhisel begleitete den Propheten, der diese Worte nur vier Meilen von Carthage entfernt sprach. Journal History, den 24.6.1844.

89. Diary of Edwin Rushton, Lundwall, Assorted Gems, Salt Lake City, Utah, Bookcraft, 1947.

90. Er hätte den Zug nach dem Westen führen können, wie er zuerst gehofft hatte (DHC 6:547). Er war überzeugt, wie er Theodore Turley erzählte, „kein Gewehr wird von uns geschossen,“ während der Schwierigkeiten in Nauvoo (DHC 6:570). Er glaubte, daß sein Tod und der Tod seines Bruders Hyrum den Pöbel befriedigen würde und daß den Leuten in Nauvoo nichts geschehen würde. So geschah es auch, aber gegen jede gewöhnliche Erwartung.

91. Stephen Markam bot an, den Propheten mit seinem eigenen Gewande zu verkleiden. John Taylor bot an, Männer in der Hancock Grafschaft zu versammeln. Porter Rockwell war bereit, für seinen Zug nach dem Westen zu sorgen.

92. Siehe „Zwei Minuten im Gefängnis“ von Willard Richards, DHC 6:619–621. Der Gouverneur von Illinois hatte Joseph und seinen Begleitern das Gefängnis als Schutz angeboten, weil es die einzige sichere Stelle in der Stadt war. Sie hatten darin übernachtet.

93. DHC 6:618.

94. Willard Richards wurde Mitglied der Ersten Präsidentschaft mit Brigham Young und Heber C. Kimball. John Taylor wurde dritter Präsident der Kirche.

95. L&B 6:30.