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DIE GABE DER UNTERSCHEIDUNG

Die Gabe der Unterscheidung ist eine geistige Eigenschaft oder Fähigkeit besonders das zu sehen oder zu verstehen, was verborgen oder unklar ist. Diese Fähigkeit haben im Allgemeinen alle Kinder Gottes. „Geister zu unterscheiden“ ist jedoch eine der Gaben des Geistes, die unter bestimmten Umständen von Gott kommen (1 Korinther 12:10; LuB 46:23). Die vollere Gabe der Unterscheidung in allen geistigen Angelegenheiten – zu wissen, ob ihr Auftreten von Gott ist oder nicht – gibt der Herr „denen, die Gott bestimmt und ordiniert, daß sie über die Kirche wachen“ (LuB 46:27). Diese Gabe zu besitzen bedeutet ein göttlich offenbartes Verständnis von gegensätzlichen Geistern zu empfangen – dem Geist Gottes und dem Geist des Teufels. Personen, die eine solche Gabe besitzen, betrachten ebenfalls die rechtschaffene Handlungsweise als richtig (LuB 63:41).

Nicht nur die Macht der Unterscheidung kann das Gute vom Bösen (Moroni 7:12-18), die Rechtschaffenen von den Schlechten (LuB 101:95) und falsche Geister von göttlichen Geistern (LuB 46:23) unterscheiden. Jedoch kann ihre empfindsamere Ausführung sogar „die Gedanken und Absichten des Herzens“ anderer erkennbar machen (Hebräer 4:12; LuB 33:1). „Die Gabe der Unterscheidung [verkörpert] die Macht...zwischen richtig und falsch...zu unterscheiden...[und] entsteht größtenteils aus einer scharfsinnigen Sensibilität gegenüber...geistigen Eindrücken...um das verborgene Böse zu entdecken und vor allem, um das Gute zu finden, das verborgen sein mag. Die höchste Form der Unterscheidung...bringt [in anderen]...ihr besseres Wesen, das Gute, das ihnen innewohnt, zum Vorschein“ (Richards, S. 371).

Jeder Heilige der Letzten Tage hat geistige Führer, die aufgrund ihrer Berufung das Anrecht auf die Gabe der Unterscheidung haben. Dadurch sind sie in der Lage rechtmäßig zu führen und Rat zu geben. „Die Gabe der Unterscheidung ist für die Führerschaft der Kirche [Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage] notwendig. Ich ordiniere niemals einen Bischof oder setze einen Pfahlpräsidenten ein, ohne diese göttliche Segnung für ihn zu erbitten, damit er das Leben und die Herzen seiner Mitglieder sehen und die besten von ihnen berufen kann. Die wahre Gabe der Unterscheidung kann  häufig voraussehen. Ein Gefühl der Gefahr sollte beachtet werden und von Wert sein“ (Richards, S. 371).

BIBLIOGRAPHIE

Richards, Stephen L. "The Gifts of the Spirit." IE 53 [May 1950]:371.

Smith, Joseph Fielding, ed. TPJS, pp. 202-215. Salt Lake City, 1938.

LEON R. HARTSHORN