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FOX, RUTH MAY

Ruth May Fox (1853–1958) widmete viele Jahre ihres Lebens der Gemeinschaftlichen Fortbildungsvereinigung Junger Damen (die 1977 in “Junge Damen” umbenannt wurde) und war von 1929 bis 1937 die Präsidentin dieser Organisation, nachdem sie von 1905 bis 1929 Ratgeberin der damaligen Präsidentin Martha Horne Tingey gewesen war. Ruth May Fox war eine lebenslustige und kultivierte, starke und feinfühlige Frau. Sie schrieb Gedichte und Liedertexte (z.B. “O fest wie die Berge und Felsen”, ein damals typisches GFV-Lied, das anläßlich der GFV-Konferenz im Juni 1930 uraufgeführt wurde.) Sie war eine Verfechterin des Frauenwahlrechtes und des Rechtes der Frauen auf Bildung, was durch ihre Unterstützung der Wanderbibliotheken und ihrer eifrigen Selbstbildung zum Ausdruck kam.

Ruth May Fox wurde am 16. November 1853 in Westbury, Kreis Wiltshire, in England als Tochter von Mary Ann Harding und James May geboren. Fünf Monate nach Ruths Geburt ließen sich ihre Eltern taufen. Nach dem Tod der Mutter im Jahr 1855 wurde Ruths Vater als reisender Ältester der Kirche berufen. Deswegen lebte die kleine Ruth bis zu ihrem achten Lebensjahr bei verschiedenen Mormonenfamilien und Verwandten, bis ihr Vater sie endlich nach Yorkshire holte, wo er Arbeit gefunden hatte. Rund um das Jahr 1856 wanderte er nach Amerika aus, und Ruth reiste ihm wenige Monate später nach. Kurze Zeit später heiratete er wieder. Sie lebten zwei Jahre in Philadelphia, wo Ruth in den Fabriken arbeitete, um Geld für die Reise nach Utah zu verdienen.

Im Juli 1867 machten sich die Mays auf die Reise nach Utah. Ihr erster Zwischenaufenthalt war in North Platte, Nebraska. Nach Kauf der nötigen Aussrüstung für die Reise blieb ihnen nur genug Geld für zwei Ochsen übrig, also teilten sie sich einen Wagen mit einer anderen Familie und legten den Großteil der Strecke nach Utah zu Fuß zurück.

Ruth May arbeitete in den Spinnereien von Salt Lake City und Ogden, wo ihr Vater eine Stelle als Bürster gefunden hatte. Ihr gemeinsames Einkommen verwendeten sie zum Kauf eines Eigenheims. Dann schrieb sie sich am John Morgan’s College in Salt Lake City ein, das sie vier Monate besuchte. Dies war der Abschluß ihrer Schulbildung. Als ihr Vater nach Salt Lake City zurückzog und seine eigene Spinnerei gründete, half sie ihm bei der Bedienung der schweren Maschinen.

Am 8. Mai 1873 heiratete sie als Neunzehnjährige den zwanzigjährigen Jesse William Fox jun. Aus dieser Ehe stammten zwölf Kinder. Die ersten Jahre ihrer Ehe waren von finanziellem Erfolg begleitet, der um 1888 jedoch wieder nachließ. Kurze Zeit später nahm sich ihr Mann Jesse ohne jede Vorwarnung eine zweite Frau. In der Folge verlor er seinen Betrieb, machte große Schulden und verlor das Haus. Die beiden Familien lebten nun getrennt, und da ihr Mann hauptsächlich im anderen Haushalt lebte, war Ruth Fox meistens auf sich selbst angewiesen. Im Jahr 1900 arbeitete sie mit ihren Kindern in der Herberge “Saint Omer”, um sich etwas Geld dazu zu verdienen. Im Jahr 1914 nahm sie eine Stelle als Schreibkraft im GFV-Büro an. Von 1914 bis zu ihrem Tod im Jahr 1958 lebte sie mit ihren Kindern unter einem Dach und arbeitete nur dann im Haushalt, als sie ihren kranken Mann 1921 und von 1927 bis zu seinem Tod im Jahr 1928 pflegte.

Ruth May Fox war ihr Leben lang eine Verfechterin des Frauenwahlrechtes. Sie war in der Frauenwahlrechtsorganisation “Utah Woman Suffrage Association” und in der Republikanischen Partei aktiv und war Mitgestalterin der Frauenwahlrechtsklausel in der Verfassung des Bundesstaates Utah. Sie war Präsidentin des Frauenpressevereins “Utah Woman’s Press Club”, Finanzsekretärin der “Utah Suffrage Association”, Vorsitzende der republikanischen Frauengruppe im Wahlkreis 2 in Salt Lake City und Mitglied der “Agricultural and Manufacturing Society” und der “Traveler’s Aid Society”. Ruth May Fox starb am 12. April 1958 in Salt Lake City im Alter von 104 Jahren.

BIBLIOGRAPHIE

“Ruth May Fox (1853–1967).” Von Kenneth W. Godfrey, Audrey M. Godfrey und Jill Mulvay-Derr, Hrsg., Women’s Voices: An Untold History of the Latter-day Saints, 1830–1900. Salt Lake City, 1982.

Thatcher, Linda. “I Care Nothing for Politics: Ruth May Fox, Forgotten Suffragist.” Utah Historical Quarterly 49, Sommer 1981, S. 239–253.

LINDA THATCHER